Pressemitteilung

Pressemitteilung vom 16. August 2007:
open_uni im November an der Uni-Göttingen

Im Zusammenhang mit den nicht abnehmenden Kürzungsrunden und den kürzlich eingeführten Studiengebühren an der Universität Göttingen haben sich unterschiedliche Gruppen und Einzelpersonen zusammengeschlossen um das Konzept der 48h – Uni wieder aufleben zu lassen.

„Die Umstrukturierung der Universitäten und die forcierte Ökonomisierung des Studiums haben von Ansätzen kritischer Wissenschaft nicht mehr viel übrig gelassen“, so Alexandra Ryll, eine Sprecherin der Initiative. Es sei dringend notwendig dieser Entwicklung etwas entgegen zu setzen. „Ziel ist es“, so fährt Ryll fort, „den Begriff Bildung neu zu besetzen und zu leben: Nämlich als die Entfaltung und Verwirklichung individueller Interessen und Fähigkeiten.“

Seit der letzten 48h Uni sind bereits zwei Jahre vergangen. Im Wintersemester 2005 hatten sich Studierende im Zuge der Proteste gegen Kürzungen an der Sozialwissenschaftlichen Fakultät zusammengeschlossen, um der Idee der freien und kritischen Bildung einen praktischen Ausdruck zu verschaffen. Die jetzige Open_Uni, wie das Projekt inzwischen heißt, wurde nahezu gleichzeitig mit zwei anderen Kampagnen initiiert, zu denen vielfältige inhaltliche Verknüpfungen bestehen. Bewohner_innen selbstverwalteter Studentenwerkswohnheime starteten kürzlich die Kampagne Here to stay, um die kollektiven Mietverträge zu verteidigen und somit die Struktur der Wohnheime zu erhalten. Parallel dazu riefen Studierende die Kampagne delete.control – enter.space [Freiräume & Emanzipation] ins Leben. Ziel ist es, einen Ersatz für den erst kürzlich verloren gegangenen selbstverwalteten Raum an der Uni, das Café Kollabs, zu schaffen.

Ryll äußerte diesbezüglich: “Die Kampagnen haben zwar unterschiedliche Forderungen, aber eines haben sie gemeinsam: Den Einsatz für den Erhalt und die Etablierung von Freiräumen. Es muss auch weiterhin Strukturen geben, die sowohl selbstorganisiertes Leben und Lernen als auch den kritischen Austausch ermöglichen.“